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Wirtschaft

Dilis Flughafen Presidente Nicolau Lobato International Airport (IATA Code: DIL, ICAO Code: WPDL) liegt westlich des Stadtzentrums im Suco Comoro (Komoro) und wird international von Passagiermaschinen angeflogen. Die Airnorth (IATA Code: TL) fliegt seit dem 18. Januar 2000 die Strecke Darwin (Australien)–Dili und zurück, inzwischen täglich in zwei Stunden mit einer Embraer. An drei Tagen der Woche wird die Strecke sogar zweimal bedient. Täglich fliegt die Merpati Nusantara Airlines (IATA Code: MZ) von Denpasar auf Bali (Indonesien) nach Dili mit einer Boeing 737-200. Seit dem 1. August 2008 bietet Austasia Airlines die Route von Singapur nach Dili und zurück zweimal die Woche an. Dieser Service soll im November auf drei Verbindungen wöchentlich ausgebaut. Für die Strecke wird ein Airbus 319 der Silk Air verwendet. Für größere Maschinen ist der Flughafen Dili nicht ausgelegt.

Zusammen mit dem aus Osttimor stammenden australischen Geschäftsmann Jeremias Desousa gründete die osttimoresische Regierung 2002 eine eigene Gesellschaft namens East Timor Air (ICAO Code: ETA). Erst am 27. November 2008 wurde die Fluggesellschaft, nun als Timor Air offiziell in Betrieb genommen. Man will ab dem 2. Februar 2009 täglich mit einer geleasten Embraer mit 94 Sitzen die Route Darwin - Dili - Denpasar, und dann zurück nach Dili und Darwin bedienen. Die Maschine gehört der australischen SkyAirWorld und ist in Australien registriert. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll die Gesellschaft über vier bis fünf eigene Maschinen verfügen.

Der Cakung Airport (IATA code: BCH) ist der einzige Flughafen Osttimors, auf dem größere Maschinen als die Boeing 737 landen können. Er wird in erster Linie für militärische und Versorgungsflüge genutzt. Reguläre, zivile Flugverbindungen nach Cakung sind zurzeit nicht im internationalen Buchungssystem der Fluggesellschaften vermerkt.

Es gibt einen Grenzübergang in Batugade zum indonesischen Westtimor hin, aber keinen regelmäßigen Busverkehr. Von Oecussi-Ambeno aus führen Grenzübergange bei Bobometo (Subdistrikt Oesilo), Sakato und Passabe nach Westtimor. Allerdings sind nur Bobometo und Sakato legale Übergänge.

Eine Fährgesellschaft hat, mit deutscher finanzieller Unterstützung, eine Verbindung nach Pante Macassar in der Enklave Oecussi-Ambeno hergestellt. Die MV Uma Kalada fährt dienstags und donnerstags von Dili in 12 bis 13 Stunden nach Pante Macassar und am selben Tag zurück. Samstags wird von der MV Uma Kalada die Insel Atauro in zweieinhalb Stunden angelaufen. Zusätzlich verbinden kleine Boote Atauro mit Dili. Im Februar 2007 schenkte die deutsche Regierung Osttimor die Fähre Nakroma, die nun zusätzlich die Strecken bedient.

Wer, wie die meisten Timoresen, nicht über einen allradbetriebenen Wagen verfügt, ist bei Reisen über Land auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen, die es in zwei Formen gibt. Der Biskota ist ein größerer Bus. Solche Busse verbinden die größeren Ortschaften, wie Lospalos oder Baucau, mit Dili und fahren auf den größtenteils asphaltierten Hauptrouten. Um zu kleineren Orten zu gelangen, muss man auf Kleinbusse, sogenannte Mikroléts, umsteigen. Beide Bustypen sind durchweg überfüllt mit Menschen und Handelsware. Auch die Straßenverhältnisse erleichtern nicht das Reisen. In der Regenzeit sind viele der Wege nur noch Schlammpisten und gar nicht mehr befahrbar.

In einigen Regionen sind die einheimischen Timor-Ponys noch ein alltägliches Transportmittel, so etwa bei Maubisse.

Osttimor ist, laut den Vereinten Nationen, heute das ärmste Land Asiens. Die Wirtschaftsindikatoren lägen weit hinter denen anderer asiatischer Länder. Die Arbeitslosigkeit beträgt etwa 20 %. 41 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, die die Vereinten Nationen auf 0,55 US-Dollar pro Tag festgelegt haben. Im Human Development Index (HDI) liegt Osttimor 2008 auf Platz 150 (2006: 142).

Nach der Volkszählung von 2004 arbeiten 78 % in Land- und Forstwirtschaft und in der Fischerei. 6 % arbeiten in der Öffentlichen Verwaltung, Bildung, Gesundheits- und Sozialdienst, Gemeinden und Verteidigung. Jeweils 4 % für die UN oder dem diplomatischen Dienst, beziehungsweise für Handel, Hotels und Gaststätten. 3 % arbeiten in der Heimarbeit. 2 % arbeiten im Bereich Finanzen, Transport, Lagerung und Kommunikation, nur 1 % im Bereich Bergbau, Ölgewinnung, Elektrizität und im Bau. Mit Macau und Australien gibt es Vereinbarungen über die Entsendung von Gastarbeitern in diese Länder.

Probleme bereiten immer noch die zerstörte Infrastruktur (Straßen und Energieversorgung), ein eklatanter Fachkräftemangel und das hohe Lohnniveau aufgrund der internationalen Präsenz und der Einführung des US-Dollars als Währung. Diese Faktoren verringern die Konkurrenzfähigkeit Osttimors gegenüber seinen Nachbarländern.

Schätzungen zufolge seien jährliche Investitionen von 40 Millionen Euro nötig, um pro Jahr ein Wirtschaftswachstum von fünf bis sieben Prozent zu erzielen. Damit könne die Armut bis 2015 um ein Drittel reduziert werden. Ein UN-Report stellt fest: „Angesichts der voraussichtlichen Einnahmen aus dem Handel mit Öl und Gas ist dies technisch und finanziell machbar“.

Das Bruttoinlandsprodukt fiel 1999 um 30 %. Während der folgenden drei Jahre wurde das Gebiet mit einem massiven internationalen Hilfsprogramm unter Führung der UN wieder aufgebaut. Das Programm umfasste zivile Beobachter, eine 5.000 Mann starke Friedenstruppe und 1.300 Polizisten. Das Bruttoinlandsprodukt stieg daher, getragen von der Nachfrage an Dienstleistungen und vom Bausektor, kräftig an (15,4 bzw. 18,3 %) und das Vorkrisenniveau wurde wieder erreicht. Zwischen 2002 und 2005 stagnierte das Bruttoinlandsprodukt. Im Jahre 2005 war ein Wachstum von 2,9 % zu verzeichnen. Mit dem Abzug des UN-Personals bis zu den Unruhen 2006 schrumpfte zunächst die Wirtschaft des Landes, heißt es in dem Bericht „Der Weg aus der Armut“ des UN-Entwicklungsprogramms 2006. Trotz der Weltfinanzkrise konnte Osttimor 2008 ein Wirtschaftswachstum von 10,5 % erreichen. Der Internationale Währungsfonds erwartet für Osttimor 2009 ein Wirtschaftswachstum von 7,8 %. In einer Umfrage geben im November/Dezember 2008 29 % der Befragten an, dass sich seit dem Regierungswechsel 2007 ihre finanzielle Situation gebessert habe. Besonders in Oecussi-Ambeno (58 %), Manufahi (49 %) und Lautém (42 %) sehen die Einwohner eine positive Entwicklung, während in Ainaro (16 %) und Baucau (16 %) deutlich weniger Personen eine persönliche Verbesserung sehen. Bei insgesamt 47 % ist sie unverändert, bei 20 % hat sie sich verschlechtert.

Bis Ende 1999 wurden ungefähr 70 % der ökonomischen Infrastruktur durch pro-indonesische Milizen und Militärs verwüstet. Das Land steht noch immer vor der großen Herausforderung des Aufbaus und der Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung.

Das GSM-Netz wurde von der Timor Telecom aufgebaut, die zu 50,1 % der Portugal Telecom gehört. Weitere Anteilseigner sind der Staat und Vodatel. Deren Monopol wurde 2008 von der Regierung aufgehoben, um den Wettbewerb zu ermöglichen.

Seit Ende 2007 funktioniert die Stromversorgung der Hauptstadt wieder verhältnismäßig reibungslos, nachdem sie durch die Unruhen von 2006 zusammenbrach. Seit 2008 arbeitet das von Norwegen gebaute erste Wasserkraftwerk bei Baucau. Zuvor wurde Strom mit Dieselgeneratoren erzeugt. Ab 2009 soll die Hauptstadt Dili mit dem Iralalary-Wasserkraftprojekt mit Strom versorgt werden.

Indonesien ist das Hauptherkunftsland für Importwaren nach Osttimor, Singapur hat Australien 2005 knapp überholt, während Portugal als wichtigstes Herkunftsland aus der EU von Platz fünf auf Platz sieben zurück gefallen ist, bei nahezu gleichbleibenden Handelsvolumen. Die deutschsprachigen Länder spielen keine größere Rolle als Herkunftsland osttimoresischer Importe. Insgesamt sank das Importvolumen um zehn Prozent von 113.489 Tsd. US-$ im Jahre 2004 auf 101.619 Tsd. im Jahre 2005.

Der Wert der Exportgüter stieg von 2004 auf 2005 um fast 14 % von 6.972 Tsd. US-$ auf 8.093 Tsd. US-$. 49 % der Exporte Osttimors gingen in die USA (3.978 Tsd. US-$), womit ihr Anteil trotz zunehmenden Handelsvolumen leicht sank. Deutschland stieg von Platz fünf auf Platz zwei (1.672 Tsd. US-$) und vervierfachte seine Importe aus Osttimor, während das Volumen des Exports nach Indonesien auf ein Drittel sank. Hauptexportgut Osttimors ist Kaffee. Er machte 2005 mit 7.630 Tsd. US-$ (2004: 6.899 Tsd. US-$) 94 % des Exportwerts aus, bei den Exporten nach Deutschland sogar 100 %. Der Wert des Kaffeeexports stieg von 2004 auf 2005 um fast zehn Prozent an, obwohl die exportierte Menge um 479 Tonnen sank.

siehe auch: Außenhandelsdaten Osttimors

Osttimor ist Mitglied des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank sowie der Asian Development Bank (ADB).

Die Lage des Staatshaushalts verbessert sich aufgrund der gestiegenen Einnahmen im Öl- und Gassektor infolge des hohen Ölpreises zusehends. Eine Auslandsverschuldung existiert nicht, da die internationalen Hilfeleistungen bisher als Zuschüsse (grants) gewährt wurden. Der Staatshaushalt für 2008 hatte ursprünglich eine Höhe von 348,1 Millionen US-Dollar. Aufgrund der rapide steigenden Preise für Das Grundnahrungsmittel Reis auf dem Weltmarkt und der Schwäche des US-Dollars, entschloss sich die Regierung Ende Juli 2008 das Budget auf 612 Millionen US-Dollar zu erhöhen. Dafür werden erstmals die nationalen Reserven aus den Erdölgeschäften angetastet. Im November 2008 wurden die Pläne der Regierung aber vom Obersten Gericht des Landes als verfassungswidrig erklärt. Für 2009 hat das Parlament einen Staatshaushalt von 1,05 Milliarden US-Dollar verabschiedet.

Ziel der Wirtschaftspolitik sind stabile Staatsfinanzen und die Förderung des Privatsektors. Eine Aufsichtsbehörde für das Banken- und Zahlungssystem (Banking and Payments Authority) wurde bereits gegründet, ein statistisches Amt ist geplant. Die Politik wird geprägt von einer moderaten Ausgabenpolitik, der Begrenzung der Zahl der im öffentlichen Dienst Beschäftigten und den Bemühungen um eine Verbreiterung der steuerlichen Basis.

Zurzeit wird ein Industriepark gebaut, um ausländische Investoren anzuziehen. Investitionshemmnisse müssen aber noch abgebaut werden, um die Privatwirtschaft in Gang zu bringen. Mit Programmen zur Erleichterung des Zugangs zu Krediten für die klein- und mittelständische Industrie sollen weitere Anreize geschaffen werden. Die Regierung hat ein Investitionsgesetz verabschiedet, dass Anlegern Rechtssicherheit garantiert. Hiermit soll die Attraktivität Osttimors für Investoren gesteigert werden.

Landeswährung ist seit Januar 2000 der US-Dollar. Daneben sind seit 2003 eigene Centavo-Münzen im Gebrauch. Ein Centavo entspricht dabei einem US-Cent. Die Münzen gibt es in Werten von 1, 5, 10, 25 und 50 Centavos. Eigene Banknoten werden nicht ausgegeben.

Die Einführung des US-Dollars war eine politische Entscheidung. Als Alternativen standen die Einführung einer eigenen Währung oder später die des Euro zur Auswahl. Eine eigene Währung schien aufgrund der Landesgröße als sinnlos. Der Euro wurde erst wenige Monate vor der Unabhängigkeit Osttimors 2002 als Bargeld eingeführt. Der Wechselkurs zum US-Dollar war zu diesem Zeitpunkt sehr gering, die Zukunft schien noch unsicher. Der US-Dollar wurde schon zuvor von Privatleuten als sichere Währung verwendet. Außerdem hat er auch für die Volkswirtschaften der Nachbarstaaten große Bedeutung, ebenso für den Erdölhandel, auf den Osttimor große Hoffnungen setzt. Daher wurde trotz der engen Beziehungen zu Portugal der US-Dollar als offizielles Zahlungsmittel eingeführt.

Durch die Dollarisierung verzichtet Osttimor auf eine eigenständige Geldpolitik. Die Seigniorage-Einnahmen beschränken sich auf die Ausgabe der Centavo-Münzen.

Schon vor der indonesischen Besatzungszeit wurden in der Timorsee zwischen Timor und Australien mehrere Ölfelder entdeckt. Diese Vorkommen gehören zu den reichsten im asiatisch-pazifischen Raum. Am 11. Dezember 1989 schlossen Indonesien und Australien den Timor Gap Treaty, der die Ressourcen unter den zwei Staaten aufteilte. Noch im Mai 2004 bestätigte die australische Regierung erneut die Gültigkeit des Vertrages in einer Form, die die Seegrenze, und damit auch die Rohstoffe, zu Gunsten Australiens verschob. Am 12. Januar 2006 einigten sich Osttimor und Australien im Treaty on Certain Maritime Arrangements in the Timor Sea (CMATS-Treaty), den Gewinn aus dem Öl- und Gasvorkommen der Greater Sun Rise Area zu gleichen Anteilen aufzuteilen. Ein 50-Jahre-Moratorium bezüglich der Seegrenze wurde vereinbart, ohne dass Osttimor auf seine Ansprüche verzichtet. Am 7. November 2006 unterzeichnete Osttimor einen ersten Vertrag über die Ausbeutung von fünf der insgesamt elf ausgeschriebenen Blöcke des Ölfeldes mit dem italienischen ENI-Konzern, zehn Tage später wurde eine ähnliche Vereinbarung mit der indischen Reliance-Industries-Gruppe abgeschlossen und schließlich im Dezember ein Joint Venture mit Kuwait vereinbart, für das die East Timor Trading Company gegründet werden soll.

Weitere Bodenschätze spielen derzeit keine Rolle. Marmor gibt es in nennenswerten Mengen, dazu etwas Gold, Mangan und Kupfer. Heiße Quellen in einigen Regionen deuten auf geothermische Energie hin.

Der Großteil der timoresischen Bevölkerung lebt von der Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei. Die unterschiedlichen Kulturen Timors hängen ökonomisch von Nahrungsmitteln wie Mais (das wichtigste Getreide), Reis und Süßkartoffeln ab. Vom Osten von Manufahi und Manatuto bis in den Westen von Lautém, im Zentrum Bobonaros und im Osten Cova Limas dominiert der Reisanbau. Mais wird eher im zentralen Hochland angebaut.

Eine regionale Teilung gibt es auch bei domestizierten Tieren: Büffel und Schwein werden überall auf Timor gezüchtet, aber der Büffel besitzt zum Beispiel für die Makasae eine größere Bedeutung als das Schwein. In anderen Regionen, bei den Ost-Tetum beispielsweise, ist das Schwein von wirtschaftlich größerer Bedeutung als der Büffel. Überall in Osttimor spielen Hühner eine wichtige Rolle in der Versorgung der Bevölkerung. Andere Haustiere sind Ziegen, Schafe und Pferde.

Durch Dürre, Ungeziefer und Pflanzenkrankheiten sanken 2007 die Ernteerträge bei Mais um 30 % auf 70.000 Tonnen, bei Getreide, Maniok und Knollenfrüchte um 25 bis 30 % und bei Reis um 20 %. Zusätzlich wird die Situation noch durch die 100.000 Binnenflüchtlinge verschärft. Ein Fünftel der Bevölkerung leidet an Unterernährung und muss mit Hilfslieferungen versorgt werden. Man schätzt, dass Osttimor 86.000 Tonnen an Lebensmitteln einführen muss um die Verluste auszugleichen, 15.000 Tonnen davon müssen durch internationale Nahrungsmittelhilfen aufgebracht werden. Laut dem Landwirtschaftsministeriums litten Ende des Jahres noch elf Subdistrikte unter Nahrungsmittelknappheit. Anfang 2008 wurde die Situation erneut verschärft durch Überflutungen und Sturmschäden in elf der dreizehn Distrikte und erneute Heuschreckenplagen.

2008 schloss die Regierung Osttimors mit der indonesischen Firma GTLeste Biotech eine Vereinbarung über ein Bioethanol-Projekt. Auf 100.000 Hektar sollen Zuckerrohrplantagen entstehen, was einem Sechstel des fruchtbaren Landes Osttimors entsprechen würden. Außerdem ist eine Ethanolfabrik geplant. Für 50 Jahre Nutzung des „„unproduktiven Landes““ will GTLeste der Regierung 100 Millionen US-Dollar zahlen. Durch das Engagement sollen 2000 neue Arbeitsplätze entstehen. Die FRETILIN-Opposition zeigt sich skeptisch, dass auf so genannten „„unproduktiven Land““ Zuckerrohr angebaut werden könne und befürchtet stattdessen den Verlust von Anbauflächen für Nahrungsmittel und dies bei akuten Mangel und steigenden Preisen auf dem Weltmarkt. Zudem wird eine Auslaugung der Böden befürchtet. Die Regierung gab bekannt, dass die Gespräche noch in einem Anfangsstadium seien und noch keine konkreten Flächen eingeplant seien. Noch sei GTLeste kein Land versprochen worden.

Seit 1815 wird Kaffee in Osttimor angebaut und exportiert. Gerade im Hochland wächst ein besonders aromatischer und milder Kaffee. Sein Potential wird aufgrund fehlender Transport- und Veredelungsmöglichkeiten bisher nur teilweise ausgeschöpft. Die Cooperativa Café Timor (CCT) ist Osttimors größte Kooperative mit etwa 22.000 Pflanzern als Mitglieder. In der Erntezeit ist sie der größte Arbeitgeber Osttimors mit 3.000 Arbeitern. Die CCT bildet so die Lebensgrundlage für 44.000 Familien. Ein Viertel der Bevölkerung Osttimors ist abhängig von der Kaffeeproduktion. Hauptzentren sind die Distrikte von Ermera, Ainaro und Liquiçá. Die CCT ist der weltgrößte Produzent und Verkäufer von zertifiziertem Bio-Kaffee. Mit seinem Ruf für konstante Qualität, der seit 1994 aufgebaut wurde, erzielt der ökologische fair gehandelte Arabica-Kaffee Höchstpreise am internationalen Markt. 2005 hat Starbucks ein Drittel der Kaffeeernte aufgekauft. 2004 wurden von der CCT 7.689 t Kaffee exportiert, 2005 waren es 7.210 t. 2006 kam es aufgrund der Unruhen aber zu Ernteausfällen von bis zu 20 %. Auch aufgrund der unsicheren Lage nach dem Attentat in Dili am 11. Februar 2008 kam es zu Behinderungen bei der Kaffeeernte, die zu Verlusten führte. Trotzdem erzielte die CCT in diesem Jahr mit 19.000 t Kaffee und Kaffeeexporten im Wert von 12 Millionen US-Dollar ein Rekordergebnis. Der zweitgrößte Exporteur Timor Corp. verkaufte 6.000 t. Es gibt aber noch strukturelle Probleme. Die Kaffepflanzen gehören zu den ältesten noch produzierende Kaffeesträucher der Welt. Meistens sind Sträucher 15 bis 20 Jahre alt, in Osttimor sind 90 % der Pflanzen über 30, manche sogar über 70 Jahre alt. Auch ging durch die indonesische Besatzungszeit viel Wissen über Kaffeepflanzungen verloren. Im nahen Papua-Neuguinea wird auf vergleichbaren Flächen die doppelte Ernte gewonnen. Durch den Anbau von Vanille, Kakao und Erdnüssen neben dem bereits als Exportgut etablierten Kaffee sind hier zukünftig Ertragssteigerungen zu erwarten.

Vor und während der Kolonialzeit war Timor für sein Sandelholz bekannt, dessen Vorkommen bereits im 19. Jahrhundert nahezu erschöpft waren. Außerdem ist Osttimor in der Region berühmt für seine farbenfrohen gewebten Stoffe, die sogenannten Tais. Diese unterscheiden sich je nach Region des Landes. Auch traditioneller Silberschmuck wird hergestellt.

Das Land bietet zum Wandern geeignete Berge, Strände, Tauchgebiete, heiße Quellen (zum Beispiel im Distrikt Bobonaro) und eine große kulturelle Vielfalt. Gerade die Korallenriffe gehören zu den artenreichsten der Welt. Die Wälder und Feuchtgebiete bieten gute Gelgenheiten zur Vogelbeobachtung. Vorteilhaft ist auch die unmittelbare Nähe zu den beliebten Touristenzielen Australien und Bali. Fehlende Infrastruktur und teilweise hohe Preise, aufgrund der ausländischen Truppen, bereiten immer noch Schwierigkeiten, weswegen bisher eher Rucksacktouristen den Weg hierher fanden. 2006 warb Osttimor zum ersten Mal auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin um Besucher.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Gewaltausbrüchen, die mögliche Touristen zurückschrecken ließen. Hauptsächlich in Dili kämpften kriminelle Jugendbanden gegeneinander bis 2008 mehrere Gruppen einen Friedensvertrag untereinander schlossen. Seitdem hat sich die Situation etwas beruhigt. Im Oktober 2008 wurden Pläne für ein Fünf-Sterne-Hotel in Tasitolu, nahe Dili bekannt. Es wäre das erste Luxushotel dieser Art in dem Land.

siehe auch: Reisewarnung des Auswärtigen Amts

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